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Mut zur Beliebigkeit

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Von Boris T. Kaiser

„Ich weiß, dass wesentliche Teile meiner Psyche sich als Frau fühlen. Ich weiß, dass ich diesen Teil auch leben können muss und es gibt eben kein richtiges Leben im falschen. Und deswegen war es für mich dringend notwendig, damit auch in die Öffentlichkeit zu gehen, um so leben zu können, wie ich es möchte.“ 

(Markus Ganserer)

Der Grünen-Politiker Markus Ganserer hat sich als „transident“ geoutet. Der Begriff, der für ideologisch ungeschulte Ohren klingen mag, wie ein Wesen aus einem alten Sciencefiction-Film, bedeutet, daß der bayrische Landtagsabgeordnete „zwischen den Geschlechtern wechselt“, wie seine Partei zwischen den Koalitionspartnern. Von Mainstream-Medien, wie dem Bayrischen Rundfunk, wird der Grüne, für dieses offene Bekenntnis zur Beliebigkeit, als Held gefeiert. Schließlich sei Ganserer, „der erste Parlamentarier in Deutschland, der den Mut hatte, sich als Transgender-Person zu outen.“  Weiterlesen

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Das Ende der Schamlippen

 

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vGTA7BK7_400x400Von Boris T. Kaiser

Online-Petitionen sind mittlerweile ein wichtiges Mittel in der politischen Auseinandersetzung. Wichtig sind auch die Themen, zu denen solche Internet-Unterschriftenaktionen gestartet werden. Zumindest halten die Initiatoren solcher Petitionen ihre Anliegen für wichtig, sonst würden sie sie ja nicht starten.

Objektiv betrachtet ist das, was den Web-Aktivisten da am Herzen liegt, allerdings oft nicht ganz so wichtig. Manchmal ist es auch ziemlich unwichtig. Nicht selten ist es gar lächerlich. Zur letzteren Kategorie gehört wohl eindeutig die Initiative der Journalistin Gunda Windmüller und der Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal. Die beiden Frauen wollen ihre Schamlippen loswerden. Genauer gesagt, wollen sie Schamlippen sogar generell verbieten. Zumindest als Wort sollen „Schamlippen“ künftig nicht mehr in den Mund genommen werden. Auch aus dem Duden sollen sie, nach dem Willen der Publizistinnen, verschwinden und durch den Begriff «Vulvalippen» ersetzt werden. 

Die Begründung für den Vorschlag klingt genauso infantil, wie man es erwartet und obendrein noch ein bisschen verrückter. Die weiblichen Schamlippen seien „ein Körperteil, über den wir nicht reden können, ohne das Wort “Scham” zu benutzen.“ heißt es in der Einleitung der Petition; und weiter: „Das ist doch Quatsch: Da gibt es nichts zu schämen. Sie sind ein intimer, ein lustvoller Teil unseres Körpers. Doch im Duden gibt es kein anderes Wort dafür. Das wollen wir ändern. Denn der Begriff passt nicht in unsere Zeit. Er gibt eine falsche, eine verschämte, eine lustfeindliche Vorstellung von Körpern und Sexualität wieder.“ Weiterlesen

Kulturrelativismus: Klartext-Richter mit Hang zum Prinzip Hoffnung

Von Boris T. Kaiser

Der Münchner Amtsrichter Robert Grain fand für eine syrische Familie auf seiner Anklagebank deutliche Worte. Der Jurist dürfte an menschlichen Abgründen einiges gewohnt sein. Vor seinem Gericht werden vor allem Fälle von sexuellem Mißbrauch an Kindern verhandelt. Was die Angeklagten Said Mohamed A., sein Sohn Mohamed und seine Frau Rana K. der Tochter der Familie angetan haben, hat aber offenbar selbst ihn erschüttert.

Als der syrische Vater erfuhr, daß seine damals 16-jährige Tochter einen afghanischen Freund hat, brannten bei ihm alle Sicherungen durch. Drei Tage lang sperrte er das Mädchen ohne Essen und Trinken ein. Außerdem trat er ihr ins Gesicht und drohte mit Zwangsheirat in Syrien.

Sie sollte die Toilette sauberlecken

Immerhin – als er das Mädchen auch noch zwingen wollte, die Toilette sauber zu lecken – soll die Mutter irgendwann dazwischen gegangen sein. Zwei Wochen nach den massiven Mißhandlungen vertraute sich die Schülerin einem Lehrer an. Daraufhin kam sie in die Obhut des Jugendamtes. Das Martyrium war für sie damit allerdings noch nicht beendet. Vor der Schule wurde sie von ihrer Familie entführt und mußte von der Polizei befreit werden.

In 15 Jahren habe er so etwas nicht erlebt, sagte der eigentlich abgehärtete Richter in Richtung der Anklagebank. Dem Außenstehenden drängt sich angesichts der jüngsten Entwicklung der deutschen Gesellschaft unweigerlich die Frage auf, wie häufig er, seine Kollegen und wir alle wohl solche Geschichten in Zukunft noch erleben müssen.

Weiterlesen auf Junge Freiheit Online:

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/klartext-richter-mit-hang-zum-prinzip-hoffnung/

 

„Lindenstraße“: Ende einer Staats-Seifenoper

Von Boris T. Kaiser

Es ist das Ende einer TV-Ära, wie es wohl in Deutschland nur noch mit dem von „Wetten, daß.. ?“ vergleichbar ist. Die „Lindenstraße“ war so etwas wie die deutsche Staats-Seifenoper. Zumindest hat sie sich als solche verstanden. Dies machten nun final noch einmal die Worte von Erfinder und Produzent Hans W. Geißendörfer und seiner Tochter und Nachfolgerin Hana deutlich:

„Lindenstraße steht für politisches und soziales Engagement, für Meinungsfreiheit, Demokratie, gleiche Rechte für alle und Integration, was in Zeiten von Rechtsruck und Ausländerfeindlichkeit wichtiger ist denn je.“

Die Lindenstraße wollte nie einfach nur unterhalten. Sie wollte den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Ihn zu einem besseren Menschen erziehen und den gesellschaftlichen Fortschritt vorantreiben. 1987 gab es dort den ersten „schwulen Kuß“ zweier Männer in einer deutschen Vorabendserie.

Egal, ob es um Homosexualität, Leben mit Behinderung oder Ausländerfeindlichkeit ging, die Lindenstraße und ihre Macher waren stets auf der richtigen Seite der Fernsehgeschichte.

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https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/ende-einer-staats-seifenoper/

#UnfollowMe: Bumerang für linken Gratismut

Von Boris T. Kaiser

In den sozialen Netzwerken macht gerade Mal wieder ein Hashtag aus der Kategorie Gratismut die Runde. Unter #UnfollowMe rufen Prominente all jene dazu auf, ihnen zu entfolgen, die „rechtes Gedankengut pflegen“. Ins Leben gerufen hat die Kampagne die Organisation „Laut gegen Nazis“
Obgleich der WDR sie in der ARD-Mediathek als „weltweit synchronisierte Social-Media-Aktion“ bezeichnet, beteiligen sich an ihr vor allem deutsche Stars und Sternchen. In einem eigens produzierten Video treten Leute wie Smudo von den „Fantastischen Vier“, der Schauspieler Frederick Lau oder die YouTuberin Visa Vie auf und fühlen sich dabei wahnsinnig wichtig und mutig.

Weiterlesen auf Junge Freiheit Online:

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/bumerang-fuer-linken-gratismut/

Liebling der Medien

Für die Junge Freiheit porträtiere ich in dieser Woche die amerikanische Sawsan Chebli: Alexandria Ocasio-Cortez Die frischgebackene Kongressabgeordnete ist der Shootingstar der US-Demokraten und neue Liebling der linksliberalen Medien. Grund hierfür ist vor allem ihre geschickt eingesetzte Biographie.

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Diskursverweigerung: Wehret den rechten Büchern

Von Boris T. Kaiser

Ihre Bücher heißen „Die letzten Tage des Patriarchats“ oder „Untenrum frei“. Obenrum scheint es bei der feministischen Schriftstellerin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski nicht ganz so frei zuzugehen. Die Autorin hat eine Lesung bei der renommierten Münchner Buchhandlung Lehmkuhl abgesagt. Grund für die Absage: In der Buchhandlung werden doch tatsächlich auch Bücher nicht-linker Autoren, ja sogar rechter Verlage, verkauft. Konkret geht es vor allem um Werke aus dem Verlag Antaios.

Sie könne in keiner Buchhandlung lesen, die Bücher von Rechten und Rechtsextremen im Regal stehen habe, weil dadurch „rechtes Denken normalisiert“ werde, begründete Stokowski die Absage. Die Erklärung liest sich wie das selbstgefällige Manifest einer Autorin, die von der Unantastbarkeit des eigenen Denkens so überzeugt ist, daß es ihr gar nicht in den Sinn zu kommen scheint, daß der immer enger werdende öffentliche Meinungskorridor irgendwann einmal auch ihr selbst zum Verhängnis werden könnte. Diese besonders naive Form der Arroganz stellt man in diesen Tagen ja bei vielen Kreativen fest.

Nur zu Recherche-Zwecken

Diese Haltung spiegelt sich auch in der E-Mail wieder, mit der Stokowski, die auch regelmäßig für die Zeit und natürlich die taz schreibt, ihre bereits ausverkaufte Lesung gegenüber Lehmkuhl abgesagt hat. Dankenswerterweise hat sie auch diese – zumindest auszugsweise – veröffentlicht. In der Mail gesteht sie Buchhandlungen immerhin noch zu, weiterhin Nietzsche und Carl Schmitt zu verkaufen, obwohl diese „in rechten Kreisen beliebt“ sind. Auch Wagner darf, mit freundlicher Genehmigung von Frau Stokowski, weiterhin gehört werden.

Mit „neuer rechter Literatur“ sieht es allerdings etwas anders aus. Wer diese zu Recherche-Zwecken lesen müsse (einen anderen Grund kann es für sie dafür selbstverständlich nicht geben) solle sie über die Verlage beziehen oder noch besser nur in Archiven und Bibliotheken lesen. Damit gehört Stokowski in ihren Kreisen noch zu den Toleranteren. Es gibt nicht wenige Linke, die „neurechte Literatur“ nicht einmal dort sehen wollen.

Tatsächlich hatte auch die Buchhandlung die Antaios-Bücher nur unter der Rubrik „Neue Rechte, altes Denken“ angeboten, was Michael Lemling, der Geschäftsführer der Buchhandlung, damit rechtfertigte, daß wer sich gegen Rechts engagiere wissen sollte, „was Rechte denken und lesen, wie sie argumentieren“. Trotz alledem findet es die feministische Literatur-Politesse „sehr falsch, diese Titel im Angebot zu haben“.

Weiterlesen auf Junge Freiheit Online:

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/wehret-den-rechten-buechern/