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Unwort des Jahres: Linke Sprach-Hegemonie überwinden

Von Boris T. Kaiser

Wie in jedem Jahr wurde unter maximalem medialen Interesse das sogenannte Unwort des Jahres gekürt. Wie in jedem Jahr läßt sich an der Wahl des Begriffes eine ziemlich deutliche politische Tendenz der Jury ablesen. Nach „Gutmensch“ (2015), „Volksverräter“ (2016) und „Alternative Fakten“ (2017) soll 2018 der von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in den öffentlichen Diskurs eingebrachte Begriff der „Anti-Abschiebe-Industrie“ das schlimmste Wort überhaupt gewesen sein.

Im Mai vergangenen Jahres sagte der CSU-Politiker: „Es ist nicht akzeptabel, daß durch eine aggressive Anti-Abschiebe-Industrie bewußt die Bemühungen des Rechtsstaates sabotiert und eine weitere Gefährdung der Öffentlichkeit provoziert wird.“ Die Kritik des ehemaligen Bundesministers richtete sich vor allem gegen Anwälte und Initiativen, die illegalen Einwanderern gezielte und teils dubiose Hinweise geben, wie sie sich der rechtmäßigen Abschiebung entziehen können.

Die Hobby-Zensoren machen keinen Hehl aus ihren Absichten

Dobrindt steht zu dem Begriff. Er verweist darauf, daß es sich dabei um eine „erlaubte Überspitzung“ handele, und daß auch Gerichte entschieden hätten, die Formulierung weder als „Schmähkritik“ noch als „Beleidigung“ zu werten. Die Sprachrichter vom selbsternannten Ethik-Tribunal des „Unworts des Jahres“ sahen das ganz anders.

Die Jury erklärte, der Ausdruck zeige, „wie sich der politische Diskurs sprachlich und in der Sache nach rechts verschoben hat und sich damit auch die Sagbarkeitsregeln in unserer Demokratie in bedenklicher Weise verändern“. Man kann den Hobby-Zensoren der Initiative viel vorwerfen, aber nicht, daß sie nicht ziemlich klar benennen würden, worum es ihnen geht.

Die politische Sprach-Polizei will bestimmen, was in Deutschland gesagt, gedacht und politisch getan werden darf. Die Grenzen des Erlaubten sollen vor allem nach rechts strengstmöglich abgesteckt werden.

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https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2019/linke-sprach-hegemonie-ueberwinden/

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Unglückszahl: Heil und die 13

Von Boris T. Kaiser

Man sagt, der Aberglaube sei die Ersatzreligion der Einfältigen. Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil will beim neuen Sozialgesetzbuch die „Unglückszahl“ 13 vermeiden und deshalb direkt zur Ausgabe Nummer 14 übergehen. Grundlage des einfältigen Einfalls aus dem Ministerium für Hokuspokus sind, so kann man es den offiziellen Erklärungen entnehmen, „mehrere Argumente, auch vonseiten der Betroffenenverbände“, die, wie die Sprecherin der Behörde sagt, „sorgsam abgewogen wurden“. Vielleicht eine der konkretesten Aussagen, die man je einer öffentlichen Fachkraft für Öffentlichkeitsarbeit entlocken konnte.

Der Minister selbst hat „keine Angst vor Zahlen“, betont er im Interview mit der Bild-Zeitung. Heil sagt: „Ich bin gläubiger Christ. Aber in diesem Fall geht es um ein Opferentschädigungsgesetz für Opfer von Gewalttaten. Dabei hat uns eine Reihe von Opferverbänden darauf hingewiesen, daß es viele Betroffene gibt, die bei so einer Zahl ein ungutes Gefühl haben. Ich finde, wir Politiker brechen uns nichts ab, wenn wir auf solche Empfindungen Rücksicht nehmen.“

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Angst essen Lachen auf

Von Boris T. Kaiser

Jürgen von der Lippe will keine Witze über den Islam machen. Genauer gesagt: Er traut sich nicht. Nicht nur, weil er, wie er selbst sagt, in das Thema „nicht genug eingelesen“ ist, sondern schlicht und ergreifend aus Angst. „Da ist mir mein Leben wichtiger als ein guter Gag“, bekannte der prominente Fernsehunterhalter ganz offen in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Die Aussage ist beachtlich. Zumal dem Humoristen in Sachen Religion sonst wenig heilig ist. Witze über den Katholizismus gehören so selbstverständlich zu von der Lippes Bühnenprogrammen wie die schrillen Hawaiihemden und seine legendären Peter-Maffay-Imitationen. Mit der Komödie „Nich‘ mit Leo“ widmete der ehemalige Meßdiener dem Beruf des Pfarrers und der katholischen Kirche einst gar gleich einen ganzen Film.

Dieter Nuhr muß sich als „Haßprediger“ beschimpfen lassen

Allzu große Angst vor wütenden Christen, die unter „Gott ist groß“-Rufen bewaffnet ein Kino oder einen Theatersaal stürmen, muß ein Komiker ganz offensichtlich nicht haben. Dennoch gelten Witze über die Kirche und das Christentum auf deutschen Kabarett-Bühnen noch immer als Gipfel der Kühnheit und bringen dem Kleinkunst-Helden zumindest einen sicheren Zwischenapplaus pro Abend.

Komiker, die Witze über den Islam machen, sucht man dagegen in der weiten Unterhaltungslandschaft meist vergebens. „Über jede andere Religion kann man ja reden, nur über den Islam nicht, weil es zu konkreter körperlicher Gewalt führt. Sie können alles über Christus sagen, aber nicht über Mohammed“, bemängelte einst der Kabarettist Dieter Nuhr, der sich die Freiheit der humoristischen Islamkritik trotz allem selbst immer wieder rausnimmt. Dafür bekam er bereits eine Anzeige wegen Islambeleidignung und darf – mit richterlicher Genehmigung – von Salafisten als Haßprediger bezeichnet werden. Aber immerhin: Er lebt noch!

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Anja Reschke: Miss Gratismut und die alten weißen Männer

Von Boris T. Kaiser

Wie könnte man als linke Haltungsjournalistin besser ins neue Jahr starten, als mit einem Seitenhieb gegen alte weiße Männer? Das dachte sich wahrscheinlich auch die öffentlich-rechtliche Chefmoralistin Anja Reschke. Auf Twitter schrieb sie zum Jahresanfang: „Vorsatz für 2019: wütende weiße Männer in den Arm nehmen und ihnen sagen, daß sie immer noch tolle Hechte sind.“

Wo Reschke und Co. die ganzen wütenden weißen Männer finden, von denen sie permanent sprechen, sei genauso dahingestellt, wie die Frage, ob diese denn allzu großen Wert darauf legen, ausgerechnet von der Frau vom Norddeutschen Rundfunk umarmt zu werden.

Geistige Tiefflieger liefern Reschke Munition

Ob sie es nun wollen oder nicht: Die meisten weißen Männer, und seien sie auch noch so „wütend“, wird die Autorin der gedruckten Moralpredigt „Haltung Zeigen“ wohl völlig gefahrlos umarmen können. Auch wenn sich so mancher von ihnen vermutlich sehnlichst mindestens eine Armlänge Abstand wünschen wird.

Einige wütende weiße Männer lassen es sich aber natürlich auch diesmal nicht nehmen, auf die billige Provokation einzusteigen, um Reschke genau die Reaktionen zu liefern, die sie erwartet. Mit den gesammelten digitalen Ergüssen der sich in ihrem Netz verfangenden geistigen Tiefflieger kann die Gute dann wieder den Rest des Jahres hausieren gehen, um sich und den anderen Blasenbewohnern zu beweisen, wie wichtig es ist, gegen diese bösen „Wutbürger“ da draußen Stellung zu beziehen.

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A Meinung haben

Von Boris T. Kaiser

Wie die meisten Kreativen stehen auch Musiker in der Regel politisch links. Anti-AfD-Ansagen gehören auf Konzerten genauso zum guten Ton, wie gefühlsduselige „Refugees Welcome“-Parolen und gesungener Pazifismus. Auch Journalisten sind heute in den meisten Fällen links. So links, daß selbst extremistische Politpunkbands wie „Feine Sahne Fischfilet“ von ihnen mit Lobeshymnen überschüttet werden. Sogar öffentlich rechtliche Redakteure huldigen dem, in ihren Ohren offenbar wohlklingenden, Linksradikalismus. Eine Tatsache, die eigentlich jedem echten Punk-Rocker peinlich sein müßte.

Künstler, die nicht eindeutig links sind, haben es dagegen schwer in der Presse. Die Südtiroler Band „Frei.Wild“ wird von vielen Medien seit Jahren in die rechte bis rechtsextreme Ecke gedrängt. Zwar hat sich die Gruppe mehrfach, in Statements und auch in ihren Liedern, von jeglicher Form des Extremismus distanziert, aber das hat ja schon den „Böhsen Onkelz“ nichts genutzt.

Auch der österreichische „Volksrocker“ Andreas Gabalier sieht sich seit Jahren immer wieder mit dem „Rechts“-Vorwurf linker Medien konfrontiert. Der meinungsstarke Mann aus der Steiermark macht alles, was man heute eigentlich nicht mehr machen „sollte“. Er bekennt sich zu seinem christlichen Glauben, der Liebe zu seiner Heimat und setzt sich immer wieder kritisch mit dem linken Zeitgeist auseinander. Von den Zeitgeistmachern wird er dafür leidenschaftlich gehaßt, verspottet und nicht selten schlicht verleumdet.

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