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„Udo Lindenberg – Unplugged 2“: Manchmal nervig, aber echt

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Von Boris T. Kaiser

Wenn ein in die Jahre gekommener Rockstar und ein, einst kulturprägender, aber mittlerweile weitgehend irrelevant gewordener Musikvideo-Sender, im Jahr 2018, ein gemeinsames Album auf den Markt bringen, würde man eigentlich nicht viel Bedeutsames erwarten. Bei „Udo Lindenberg – Unplugged 2“ ist das anders. Der nicht tot zu bekommende Hamburger ist eine der wenigen echten Legenden, die wir in Deutschland haben. Im Gegensatz zum Musikfernsehen ist Lindenberg zeitlos. Das liegt wohl auch daran, dass der Mann mit dem Hut, schon immer, selbst in „seiner Zeit“, irgendwie aus der Zeit gefallen wirkte. Udo war nie Zeitgeist; der Zeitgeist war und ist allenfalls phasenweise Udo. 

Lindenberg ist sein eigenes musikalisches Genre. Seine Songs waren immer eingängig und haben dabei doch gleichzeitig immer ein wenig geholpert. Wenn sich der Interpret von seinen Gefühlen leiten lässt, oder dem Hörer noch etwas mitzuteilen hat, dann macht er das, auch wenn er dabei „offbeat“ geht, wie man in der Blackmusic sagt.

Auf der Fortsetzung seines „MTV Unplugged“-Erfolgs-Albums, von vor sieben Jahren, präsentiert der Meister alles, was seine Fans so an ihm lieben. Einschließlich des ein oder anderen herzergreifenden Versuchs die Welt zu retten. Das ist zwar ein wenig anstrengend, das war es aber schon immer. Man kennt es nicht anders von Udo. Würde der Panikrocker auf einmal zum eingefleischten Pragmatiker werden, es würde wohl selbst eingefleischten Pragmatikern das Herz brechen. Im Gegensatz zu den Grönemeyers dieser Welt, wirkt Lindenberg, in seinem Weltschmerz, zumindest echt.

Echt wirken bei Lindenberg auch die Lieder übers Trinken. In Songs wie „Lady Whisky“ oder „Der Malocher“, schildert der erfahrene Trinker den Suff in all seinen Facetten. Immer eher „nüchtern“ beschreibend, als glorifizierend oder anprangernd.

Die alten Lieder von verlorenen Träumen und erfüllten, aber oft dennoch enttäuschten, Sehnsüchten, wie „Meine erste Liebe“ oder „Hoch im Norden“ (in der neuen Version mit Jan Delay), klingen heute eindringlicher denn je. Singt da doch Einer vom Leben, der im Guten, wie im Schlechten, so ziemlich alles mitgemacht hat, was man sich nur vorstellen kann.

„Udo ist Welt!“  würde Dittsche (alias Olli Dittrich), ein anderer großer Hamburger Junge, wohl sagen. Er hätte recht damit. So ist es auch kein Wunder, dass Lindenberg, für das Album, gemeinsam mit  Alice Cooper dessen Welthit „No More Mr. Nice Guy“ performen durfte. Der Song ist einer der absoluten Höhepunkte auf „Udo Lindenberg – Unplugged 2“. Dass er dabei sämtliche anderen Kollaborationen ein wenig in den Schatten stellt, bleibt nicht aus. Auch wenn sich auf der Live Bühne musikalische Stars und Könner, von Gentleman bis Andreas Bourani das Mikrofon in die Hand gaben.

Aus fast 700 seiner Stücke konnte Lindenberg für sein zweites Unplugged-Album auswählen. Es gäbe also durchaus noch Spielraum für ein Drittes. Man darf sich berechtigt darauf freuen.

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