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Kevin Hart: Ein Opfer der Twitter-Jugend – Sie könnten das Nächste sein…

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vGTA7BK7_400x400Von Boris T. Kaiser

Eine bittere Binsenweisheit unserer Zeit lautet: „Ironie funktioniert nicht.“ Nicht in der Politik. Nicht im Fernsehen. Nicht im Internet. Mittlerweile funktioniert Ironie sogar nicht mal mehr in der Comedy. Zu dieser schwerwiegenden Erkenntnis musste jetzt wohl der US-Komiker Kevin Hart kommen. Der Schauspieler und Stand-up-Comedian sollte eigentlich die Oscar-Verleihung 2019 moderieren. Nun hat er seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. Grund waren Homophobie-Vorwürfe, wegen einiger fast 10 Jahre alten Witze von ihm auf Twitter.

Menschen, die vor 1990 geboren sind, werden sich vielleicht noch dunkel daran erinnern: Es gab mal eine Zeit, da war ein Witz, noch einfach nur ein Witz. Weil das damals jeder wusste, mussten Witze auch nicht unbedingt politisch korrekt sein. Wenn jemand keinen Spaß verstand, und schon bei der kleinsten Frotzelei beleidigt war, dann war die verkniffene Spaßbremse der Außenseiter, und nicht der oder die Spaßmacher. Selbst wenn man mal mit einem Scherz über die, damals noch sehr antiautoritäre, Strenge geschlagen hat, hat man allenfalls ein paar böse Blicke geerntet, war aber nicht auf alle Zeiten der Buhmann. 

In diesem goldenen Zeitalter des Lachens spielten übrigens, man glaubt es kaum, solche Dinge wie – Kontext-  eine Rolle. Auch wer einen Witz erzählt, konnte von Bedeutung sein. Wenn jemand sonst kein „Nazi“ war, wurde er auch nicht zu einem, nur weil er einen Witz über irgendeine traditionelle Nazi-Opfergruppe gemacht hat.

All das ist heute anders. Heute ist jeder angehalten, sich immer und überall so zu äußern, daß ihm daraus niemand einen Strick drehen kann. Übrigens, nicht nur nach heutigen Maßstäben, sondern auch nach allen Maßstäben, die jemals noch kommen könnten. 

Der Fall Hart zeigt eine rasante Entwicklung zum Autoritären. Der Bereich des Sagbaren hat sich in den letzten Jahren immer mehr verkleinert und nimmt von Tag zu Tag weiter ab. Den Takt, bei dieser Entwicklung, gibt eine kleine aber laute Gruppe sogenannter Social Justice Warriors an.

Die Tweets des afroamerikanischen Comedian, die ihm jetzt zum Vorwurf gemacht wurden, machen vor allem eins deutlich: Er hat sich, als er sie zwischen 2009 und 2011 verfasst hat, nicht viel dabei gedacht. Auch die Leute, die sie damals gelesen haben, haben sich wohl nicht viel mehr dabei gedacht, als: „Lustig“ oder „nicht so lustig“.

Wenn sein Sohn mit den Puppen seiner Tochter spielen würde, würde er ihm das Puppenhaus überbraten und ihm sagen: „Stop; das ist schwul!“ ( „Yo if my son comes home & try’s 2 play with my daughters doll house I’m going 2 break it over his head & say n my voice ‚stop that’s gay.“)

Es sind Witzeleien wie diese, verfasst im Slang und der aufgesetzten Attitüde eines „typischen schwarzen Vaters“, getwittert in einer Zeit, auch das kann sich wohl heute kaum noch einer vorstellen, in der es auf Twitter vor allem um Pointen ging und nicht darum, politisch (vor der „eigenen Seite“) am besten da zu stehen. Wer so etwas ernst nimmt, der geht zum Lachen wahrscheinlich in den Keller oder zu Volker Pispers. Wie auch immer der amerikanische Volker Pispers heißen mag. Vermutlich ist er eine Frau. 

Im Internet gilt heute die „Gnade der späten Geburt“. Wer in den Anfangszeiten der sozialen Netzwerke zu zu jung war, um schon dabei zu sein, hat vielleicht Glück. Jeder Andere, so er nicht schon immer ein totaler Langweiler war, dürfte in der Vergangenheit so einiges gepostet haben, was nach heutigen Maßstäben als nicht mehr opportun gilt. Was damals noch eine launige Kurzusammenfassung eines miesen Dates war, könnte heute schnell als Bodyshaming, Sexismus oder gar sexuelle Belästigung ausgelegt werden. Ein damals noch der Nachrichtenlage klar zuordenbarer Witz, über Barack Obama oder Klaus Wowereit, könnte heute jederzeit herausgegriffen werden, um einen zum Rassisten oder Schwulenhasser abzustempeln. Opfer der neuen Twitter-Jugend kann so ziemlich jeder werden. Jederzeit. Seien Sie darauf gefasst!

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