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Das Ende der Schamlippen

 

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vGTA7BK7_400x400Von Boris T. Kaiser

Online-Petitionen sind mittlerweile ein wichtiges Mittel in der politischen Auseinandersetzung. Wichtig sind auch die Themen, zu denen solche Internet-Unterschriftenaktionen gestartet werden. Zumindest halten die Initiatoren solcher Petitionen ihre Anliegen für wichtig, sonst würden sie sie ja nicht starten.

Objektiv betrachtet ist das, was den Web-Aktivisten da am Herzen liegt, allerdings oft nicht ganz so wichtig. Manchmal ist es auch ziemlich unwichtig. Nicht selten ist es gar lächerlich. Zur letzteren Kategorie gehört wohl eindeutig die Initiative der Journalistin Gunda Windmüller und der Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal. Die beiden Frauen wollen ihre Schamlippen loswerden. Genauer gesagt, wollen sie Schamlippen sogar generell verbieten. Zumindest als Wort sollen „Schamlippen“ künftig nicht mehr in den Mund genommen werden. Auch aus dem Duden sollen sie, nach dem Willen der Publizistinnen, verschwinden und durch den Begriff «Vulvalippen» ersetzt werden. 

Die Begründung für den Vorschlag klingt genauso infantil, wie man es erwartet und obendrein noch ein bisschen verrückter. Die weiblichen Schamlippen seien „ein Körperteil, über den wir nicht reden können, ohne das Wort “Scham” zu benutzen.“ heißt es in der Einleitung der Petition; und weiter: „Das ist doch Quatsch: Da gibt es nichts zu schämen. Sie sind ein intimer, ein lustvoller Teil unseres Körpers. Doch im Duden gibt es kein anderes Wort dafür. Das wollen wir ändern. Denn der Begriff passt nicht in unsere Zeit. Er gibt eine falsche, eine verschämte, eine lustfeindliche Vorstellung von Körpern und Sexualität wieder.“

Die wenigsten Frauen werden bei einem der beiden Begriffe heute noch vor Scham rot anlaufen. Dieses Selbstbewusstsein, diese Selbstverständlichkeit im Umgang mit dem eigenen Körper, der eigenen Sexualität, ist mit Sicherheit weit zeitgemäßer, als die paradoxe Mischung aus frigider Verklemmtheit und Sexualorgan-Fixiertheit vieler heutiger Feministinnen.

Der Petitionstext wirkt geradezu neurotisch:

Kein Körper ist schamvoll. Doch der Begriff “Schamlippen” markiert genau das: Die Scham, mit der Sexualität und Körperlichkeit über Jahrhunderte diszipliniert/eingeengt wurden, überlebt in diesem Wort.“ schreiben die beiden Frauen, die jetzt ganz offensichtlich endlich einmal selbst einengen und disziplinieren wollen; im Sinne ihrer Ideologie und über die Sprache. Denn:  Sprache schafft Wirklichkeit. Wenn wir also die Scham loswerden wollen, müssen wir auch diese alten Begriffe loswerden.“

Wem das alles ein bisschen ein den Schamhaaren herbeigezogen erscheint, der lässt sich vielleicht wenigstens vom lustvollen Biologieunterricht der beiden intellektuellen It-Girls verzaubern: „Die Schamlippen sind die Hautfalten des äußeren Geschlechtsteils, der Vulva. Wir sollten sie also genauso nennen: Vulvalippen!“

Nun ist es sicherlich eine Frage des persönlichen Sprachempfindens, ob man das Wort „Vulvalippen“ jetzt wirklich als so viel lustvoller wahrnimmt, als die alten „Schamlippen“. Darauf, dass dies bei vielen der Fall ist, setzen jedenfalls Gunda Windmüller und Mithu M. Sanyal. Denn sie wissen: Einen Eintrag im Duden bekommen die Vulvalippen nur „indem sie viel verwendet werden“. Wer ein Herz für verrückte Mädchenträume hat, sollte also keine Gelegenheit auslassen, die Vulvalippen zu verwenden. Ob ich sie, auf meine alten Tage noch, genauso häufig und intensiv benutzen kann, wie einst die Schamlippen, kann ich nicht versprechen. Aber ich werde mein Bestes tun.

In der Duden-Redaktion dürften die Autorinnen zahlreicher Vulva-Publikationen, aber auch so schon sperrangelweit offene Türen einrennen. Erst kürzlich hat sich die Leiterin der Duden-Wörterbuchredaktion, Kathrin Kunkel-Razum, für die Verwendung des Gendersternchen ausgesprochen, um so eine „geschlechtergerechte“ Schreibweise zu gewährleisten. Die Vulvalippen dürften also ganz nach dem Geschmack der Dame sein.

Übrigens nicht nur nach ihrem Geschmack. Die Petition – Weg mit der Scham: “Vulvalippen” in den Duden! – hat ihre Zielmarke von 35.000 Unterzeichnern inzwischen fast erreicht. Der erste Schritt zur Zwangsbeschneidung unserer Sprache und dem entfernen der Schamlippen ist ist also bereits so gut wie gemacht.

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