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Diskursverweigerung: Wehret den rechten Büchern

Von Boris T. Kaiser

Ihre Bücher heißen „Die letzten Tage des Patriarchats“ oder „Untenrum frei“. Obenrum scheint es bei der feministischen Schriftstellerin und Spiegel-Online-Kolumnistin Margarete Stokowski nicht ganz so frei zuzugehen. Die Autorin hat eine Lesung bei der renommierten Münchner Buchhandlung Lehmkuhl abgesagt. Grund für die Absage: In der Buchhandlung werden doch tatsächlich auch Bücher nicht-linker Autoren, ja sogar rechter Verlage, verkauft. Konkret geht es vor allem um Werke aus dem Verlag Antaios.

Sie könne in keiner Buchhandlung lesen, die Bücher von Rechten und Rechtsextremen im Regal stehen habe, weil dadurch „rechtes Denken normalisiert“ werde, begründete Stokowski die Absage. Die Erklärung liest sich wie das selbstgefällige Manifest einer Autorin, die von der Unantastbarkeit des eigenen Denkens so überzeugt ist, daß es ihr gar nicht in den Sinn zu kommen scheint, daß der immer enger werdende öffentliche Meinungskorridor irgendwann einmal auch ihr selbst zum Verhängnis werden könnte. Diese besonders naive Form der Arroganz stellt man in diesen Tagen ja bei vielen Kreativen fest.

Nur zu Recherche-Zwecken

Diese Haltung spiegelt sich auch in der E-Mail wieder, mit der Stokowski, die auch regelmäßig für die Zeit und natürlich die taz schreibt, ihre bereits ausverkaufte Lesung gegenüber Lehmkuhl abgesagt hat. Dankenswerterweise hat sie auch diese – zumindest auszugsweise – veröffentlicht. In der Mail gesteht sie Buchhandlungen immerhin noch zu, weiterhin Nietzsche und Carl Schmitt zu verkaufen, obwohl diese „in rechten Kreisen beliebt“ sind. Auch Wagner darf, mit freundlicher Genehmigung von Frau Stokowski, weiterhin gehört werden.

Mit „neuer rechter Literatur“ sieht es allerdings etwas anders aus. Wer diese zu Recherche-Zwecken lesen müsse (einen anderen Grund kann es für sie dafür selbstverständlich nicht geben) solle sie über die Verlage beziehen oder noch besser nur in Archiven und Bibliotheken lesen. Damit gehört Stokowski in ihren Kreisen noch zu den Toleranteren. Es gibt nicht wenige Linke, die „neurechte Literatur“ nicht einmal dort sehen wollen.

Tatsächlich hatte auch die Buchhandlung die Antaios-Bücher nur unter der Rubrik „Neue Rechte, altes Denken“ angeboten, was Michael Lemling, der Geschäftsführer der Buchhandlung, damit rechtfertigte, daß wer sich gegen Rechts engagiere wissen sollte, „was Rechte denken und lesen, wie sie argumentieren“. Trotz alledem findet es die feministische Literatur-Politesse „sehr falsch, diese Titel im Angebot zu haben“.

Weiterlesen auf Junge Freiheit Online:

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2018/wehret-den-rechten-buechern/

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